PV*SOL dynamische Stromtarife: Anleitung, Grenzen und Alternative
Lennart Wittstock

PV*SOL dynamische Stromtarife: Anleitung, Grenzen und Alternative
Lennart Wittstock

Stand: Oktober 2026, geprüft mit PV*SOL premium 2026 (R8).
Kurze Antwort
PV*SOL kann keine dynamischen Stromtarife abbilden. Möglich sind feste, zeitabhängige Tarife, die sich nach einem festen Muster wiederholen. Echte Börsenpreise lassen sich nicht hinterlegen, und der Batteriespeicher reagiert nicht auf Preise. Valentin Software bestätigt das im eigenen Forum:
„Dynamic electricity tariffs cannot currently be taken into account. […] Its energy management system is optimized for maximizing self-consumption.“
hotline_oh, Valentin Software, 20.05.2026
→ Valentin Forum: Charging and discharging battery energy from the grid
Drei Fragen aus der Praxis
Gewerbekund:innen mit RLM-Messung und dynamischem Stromtarif (Strombeschaffung am Spotmarkt) stellen meist eine von drei Fragen. Eine pauschale Antwort gibt es auf keine davon. Sie hängt vom Lastgang ab, von den Netzentgelten und vom Festpreis, mit dem man vergleicht.
1. Wir haben einen dynamischen Stromtarif. Lohnt sich die PV-Anlage trotzdem?
Der Wert des PV-Stroms hängt vom Börsenpreis in der Viertelstunde ab, in der er erzeugt wird. Mittags und an sonnigen Tagen ist dieser Preis oft niedrig, manchmal negativ.
Börsenpreise folgen keinem festen Muster. Sie unterscheiden sich je Viertelstunde, nach Werktag oder Wochenende, an Feiertagen, nach Jahreszeit und nach Wetter. Ein Jahr hat 35.040 Viertelstundenpreise, und kaum zwei Tage verlaufen gleich.
In PV*SOL lassen sich dagegen höchstens 24 Preisstufen anlegen und den Stunden eines Monats zuordnen. Wochentage lassen sich unterscheiden, Feiertage nicht. Jeder Dienstag im Mai um 13 Uhr bekommt also denselben Preis, egal ob an diesem Tag die Sonne scheint oder nicht. In den Stunden, in denen die PV-Anlage viel erzeugt, fällt der echte Preis aber oft besonders tief. Der PV-Strom wird so systematisch zu hoch bewertet.
Mit PV*SOL: nur grob annäherbar.
2. Wir planen eine PV-Anlage. Lohnt sich der Wechsel auf einen dynamischen Stromtarif trotzdem?
Mit PV verschiebt sich der Netzbezug in die Abend- und Nachtstunden und in den Winter, also in Zeiten mit höheren Börsenpreisen. Ein dynamischer Stromtarif, der sich ohne PV lohnt, kann mit PV unattraktiv werden. Um das zu klären, muss man den Netzbezug nach PV einmal mit dem Festpreis und einmal mit echten Börsenpreisen desselben Jahres rechnen.
Mit PV*SOL: nicht belastbar, weil nur das wiederkehrende Preismuster möglich ist.
3. Kann der Speicher Eigenverbrauch und Spotpreise gleichzeitig optimieren?
Die beiden Anwendungsfälle konkurrieren um dieselbe Kapazität. Wenn die Börsenpreise niedrig sind, hat die PV-Anlage meist selbst viel Überschuss. Der Speicher kann dann entweder den eigenen PV-Strom aufnehmen oder günstigen Netzstrom, aber nicht beides. Wenn die Preise hoch sind, erzeugt die PV-Anlage meist wenig oder nichts.
Spielraum gibt es vor allem beim Entladen. Statt im ersten Moment zu entladen, in dem die PV weniger erzeugt als verbraucht wird, kann der Speicher seine Energie gezielt in den teuersten Stunden abgeben. Lädt er dagegen nachts günstig aus dem Netz, kann bei RLM eine neue Lastspitze entstehen, die den Leistungspreis erhöht.
In PV*SOL reagiert die Batterie nicht auf Preise. Möglich sind nur Eigenverbrauchsoptimierung oder feste Lade- und Entladezeiten.
Mit PV*SOL: nicht beantwortbar.
Für alle drei Fragen gilt
PV*SOL kann keinen Leistungspreis hinterlegen und berücksichtigt die 2.500-Stunden-Regel nicht. Bei RLM-Kund:innen bestimmen beide die Wirtschaftlichkeit oft stärker als der Arbeitspreis. Außerdem arbeitet das Tarifraster mit Stundenwerten, während Lastgang und Day-Ahead-Markt in Viertelstunden abgerechnet werden.
Was in PV*SOL möglich ist
Vorab: Dieser Weg eignet sich für feste Hoch- und Niedertarifzeiten. Für Spotpreise ist er nicht gedacht.
1. Bezugstarif anlegen
Unter „Wirtschaftlichkeit“ → „Bezugstarif“ einen Tarif aus der Datenbank wählen oder einen eigenen anlegen.

2. Tarifzeiten festlegen
Bis zu 24 Preisstufen anlegen und sie im Raster den Stunden jedes Monats zuordnen. Über bis zu 7 Tarifzeitdefinitionen lassen sich Wochentage unterscheiden.

3. Batterie zeitgesteuert laden und entladen
Niedrigtarifzeiten als Ladefenster und Hochtarifzeiten als Entladefenster eintragen, jeweils bis zu drei Zeitfenster mit SOC-Ziel und Leistung.

Laut Valentin-Support (21.05.2026) kann man es so versuchen: „However, the software is not optimized for this specific use case.“
Die Alternative
Transparenzhinweis: Dieser Artikel stammt von Green Energy Tools, dem Anbieter der hier vorgestellten Alternative.
Mit Green Energy Tools …
… rechnest du mit echten Day-Ahead-Preisen. Die Börsenpreise vergangener Jahre wählst du per Dropdown aus, oder du lädst eigene Preise als CSV hoch.

… hinterlegst du die Kosten des Anbieters für den dynamischen Stromtarif, zum Beispiel Aufschlag auf den Börsenpreis und Grundgebühr.

… stammt die PV-Erzeugung aus einem konkreten Jahr, nicht aus einem Durchschnittsjahr. So passen Wetter und Börsenpreise zeitlich zusammen, und genau dieser Zusammenhang entscheidet über den Wert des PV-Stroms.

… vergleichst du mehrere Szenarien direkt nebeneinander. In den Ergebnissen stehen Festpreis und dynamischer Stromtarif nebeneinander, jeweils mit und ohne PV und mit und ohne Speicher.

… optimiert der Speicher gegen Börsenpreise, allein oder im Multi-Use mit Eigenverbrauchsoptimierung und Lastspitzenkappung. Der Leistungspreis wird dabei immer mitgerechnet, damit beim Laden aus dem Netz keine neuen Lastspitzen und damit keine neuen Kosten entstehen.

… sind Leistungspreis und 2.500-Stunden-Regel berücksichtigt, die Netzentgelte werden automatisch anhand der Adresse ermittelt.
… kann die theoretisch optimale Speichergröße ermittelt werden, oder du vergleichst in einer Simulation mehrere konkrete Speichergrößen miteinander.
Rechne deinen eigenen Fall durch. Lade deinen Viertelstunden-Lastgang hoch und vergleiche Festpreis und dynamischen Stromtarif, mit und ohne PV, mit und ohne Speicher. Das Ergebnis siehst du in wenigen Minuten. → Demo buchen und eine Woche kostenlos testen
Quellen
Valentin Software Forum: Charging and discharging battery energy from the grid
PV*SOL-Hilfe: Bezugstarife
Screenshots: eigene Aufnahmen aus PV*SOL premium 2026 (R8)
PV*SOL® ist eine eingetragene Marke der Valentin Software GmbH.
Amortisation von Gewerbespeichern berechnen
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Als Solarinstallationsbetrieb Eigenverbrauch, Lastspitzenkappung, dynamische Stromtarife uvm. simulieren. Zeige deinen Kunden in Minuten, wann sich ein Speicher rechnet.
Als Solarinstallationsbetrieb Eigenverbrauch, Lastspitzenkappung, dynamische Stromtarife uvm. simulieren. Zeige deinen Kunden in Minuten, wann sich ein Speicher rechnet.
Stand: Oktober 2026, geprüft mit PV*SOL premium 2026 (R8).
Kurze Antwort
PV*SOL kann keine dynamischen Stromtarife abbilden. Möglich sind feste, zeitabhängige Tarife, die sich nach einem festen Muster wiederholen. Echte Börsenpreise lassen sich nicht hinterlegen, und der Batteriespeicher reagiert nicht auf Preise. Valentin Software bestätigt das im eigenen Forum:
„Dynamic electricity tariffs cannot currently be taken into account. […] Its energy management system is optimized for maximizing self-consumption.“
hotline_oh, Valentin Software, 20.05.2026
→ Valentin Forum: Charging and discharging battery energy from the grid
Drei Fragen aus der Praxis
Gewerbekund:innen mit RLM-Messung und dynamischem Stromtarif (Strombeschaffung am Spotmarkt) stellen meist eine von drei Fragen. Eine pauschale Antwort gibt es auf keine davon. Sie hängt vom Lastgang ab, von den Netzentgelten und vom Festpreis, mit dem man vergleicht.
1. Wir haben einen dynamischen Stromtarif. Lohnt sich die PV-Anlage trotzdem?
Der Wert des PV-Stroms hängt vom Börsenpreis in der Viertelstunde ab, in der er erzeugt wird. Mittags und an sonnigen Tagen ist dieser Preis oft niedrig, manchmal negativ.
Börsenpreise folgen keinem festen Muster. Sie unterscheiden sich je Viertelstunde, nach Werktag oder Wochenende, an Feiertagen, nach Jahreszeit und nach Wetter. Ein Jahr hat 35.040 Viertelstundenpreise, und kaum zwei Tage verlaufen gleich.
In PV*SOL lassen sich dagegen höchstens 24 Preisstufen anlegen und den Stunden eines Monats zuordnen. Wochentage lassen sich unterscheiden, Feiertage nicht. Jeder Dienstag im Mai um 13 Uhr bekommt also denselben Preis, egal ob an diesem Tag die Sonne scheint oder nicht. In den Stunden, in denen die PV-Anlage viel erzeugt, fällt der echte Preis aber oft besonders tief. Der PV-Strom wird so systematisch zu hoch bewertet.
Mit PV*SOL: nur grob annäherbar.
2. Wir planen eine PV-Anlage. Lohnt sich der Wechsel auf einen dynamischen Stromtarif trotzdem?
Mit PV verschiebt sich der Netzbezug in die Abend- und Nachtstunden und in den Winter, also in Zeiten mit höheren Börsenpreisen. Ein dynamischer Stromtarif, der sich ohne PV lohnt, kann mit PV unattraktiv werden. Um das zu klären, muss man den Netzbezug nach PV einmal mit dem Festpreis und einmal mit echten Börsenpreisen desselben Jahres rechnen.
Mit PV*SOL: nicht belastbar, weil nur das wiederkehrende Preismuster möglich ist.
3. Kann der Speicher Eigenverbrauch und Spotpreise gleichzeitig optimieren?
Die beiden Anwendungsfälle konkurrieren um dieselbe Kapazität. Wenn die Börsenpreise niedrig sind, hat die PV-Anlage meist selbst viel Überschuss. Der Speicher kann dann entweder den eigenen PV-Strom aufnehmen oder günstigen Netzstrom, aber nicht beides. Wenn die Preise hoch sind, erzeugt die PV-Anlage meist wenig oder nichts.
Spielraum gibt es vor allem beim Entladen. Statt im ersten Moment zu entladen, in dem die PV weniger erzeugt als verbraucht wird, kann der Speicher seine Energie gezielt in den teuersten Stunden abgeben. Lädt er dagegen nachts günstig aus dem Netz, kann bei RLM eine neue Lastspitze entstehen, die den Leistungspreis erhöht.
In PV*SOL reagiert die Batterie nicht auf Preise. Möglich sind nur Eigenverbrauchsoptimierung oder feste Lade- und Entladezeiten.
Mit PV*SOL: nicht beantwortbar.
Für alle drei Fragen gilt
PV*SOL kann keinen Leistungspreis hinterlegen und berücksichtigt die 2.500-Stunden-Regel nicht. Bei RLM-Kund:innen bestimmen beide die Wirtschaftlichkeit oft stärker als der Arbeitspreis. Außerdem arbeitet das Tarifraster mit Stundenwerten, während Lastgang und Day-Ahead-Markt in Viertelstunden abgerechnet werden.
Was in PV*SOL möglich ist
Vorab: Dieser Weg eignet sich für feste Hoch- und Niedertarifzeiten. Für Spotpreise ist er nicht gedacht.
1. Bezugstarif anlegen
Unter „Wirtschaftlichkeit“ → „Bezugstarif“ einen Tarif aus der Datenbank wählen oder einen eigenen anlegen.

2. Tarifzeiten festlegen
Bis zu 24 Preisstufen anlegen und sie im Raster den Stunden jedes Monats zuordnen. Über bis zu 7 Tarifzeitdefinitionen lassen sich Wochentage unterscheiden.

3. Batterie zeitgesteuert laden und entladen
Niedrigtarifzeiten als Ladefenster und Hochtarifzeiten als Entladefenster eintragen, jeweils bis zu drei Zeitfenster mit SOC-Ziel und Leistung.

Laut Valentin-Support (21.05.2026) kann man es so versuchen: „However, the software is not optimized for this specific use case.“
Die Alternative
Transparenzhinweis: Dieser Artikel stammt von Green Energy Tools, dem Anbieter der hier vorgestellten Alternative.
Mit Green Energy Tools …
… rechnest du mit echten Day-Ahead-Preisen. Die Börsenpreise vergangener Jahre wählst du per Dropdown aus, oder du lädst eigene Preise als CSV hoch.

… hinterlegst du die Kosten des Anbieters für den dynamischen Stromtarif, zum Beispiel Aufschlag auf den Börsenpreis und Grundgebühr.

… stammt die PV-Erzeugung aus einem konkreten Jahr, nicht aus einem Durchschnittsjahr. So passen Wetter und Börsenpreise zeitlich zusammen, und genau dieser Zusammenhang entscheidet über den Wert des PV-Stroms.

… vergleichst du mehrere Szenarien direkt nebeneinander. In den Ergebnissen stehen Festpreis und dynamischer Stromtarif nebeneinander, jeweils mit und ohne PV und mit und ohne Speicher.

… optimiert der Speicher gegen Börsenpreise, allein oder im Multi-Use mit Eigenverbrauchsoptimierung und Lastspitzenkappung. Der Leistungspreis wird dabei immer mitgerechnet, damit beim Laden aus dem Netz keine neuen Lastspitzen und damit keine neuen Kosten entstehen.

… sind Leistungspreis und 2.500-Stunden-Regel berücksichtigt, die Netzentgelte werden automatisch anhand der Adresse ermittelt.
… kann die theoretisch optimale Speichergröße ermittelt werden, oder du vergleichst in einer Simulation mehrere konkrete Speichergrößen miteinander.
Rechne deinen eigenen Fall durch. Lade deinen Viertelstunden-Lastgang hoch und vergleiche Festpreis und dynamischen Stromtarif, mit und ohne PV, mit und ohne Speicher. Das Ergebnis siehst du in wenigen Minuten. → Demo buchen und eine Woche kostenlos testen
Quellen
Valentin Software Forum: Charging and discharging battery energy from the grid
PV*SOL-Hilfe: Bezugstarife
Screenshots: eigene Aufnahmen aus PV*SOL premium 2026 (R8)
PV*SOL® ist eine eingetragene Marke der Valentin Software GmbH.
Amortisation von Gewerbespeichern berechnen
Als Solarinstallationsbetrieb Eigenverbrauch, Lastspitzenkappung, dynamische Stromtarife uvm. simulieren. Zeige deinen Kunden in Minuten, wann sich ein Speicher rechnet.


