PV*SOL Lastspitzenkappung: Anleitung, Grenzen und Alternative

Lennart Wittstock

PV*SOL Lastspitzenkappung: Anleitung, Grenzen und Alternative

Lennart Wittstock

Stand: Oktober 2026, geprüft mit PV*SOL premium 2026 (R4).


Kurze Antwort

PV*SOL ist für die Simulation von Lastspitzenkappung nicht geeignet. Mit der Funktion „Zeitgesteuertes Laden und Entladen“ lassen sich Lastspitzen zwar senken, aber nur mit festen Uhrzeiten und ohne Berechnung der Ersparnis.

Die Gründe:

  • PV*SOL hat kein eigenes Modul zur Lastspitzenkappung. Valentin Software verweist im eigenen Forum auf die Zeitsteuerung der Batterie und bestätigt, dass eine Begrenzung des gesamten Netzbezugs nicht umgesetzt ist.
    → Valentin Forum: Peak shaving

  • Es lassen sich nur feste Lade- und Entladezeiten für die Batterie festlegen. Das funktioniert nur, wenn die Lastspitzen jeden Tag exakt zur selben Uhrzeit auftreten, etwa bei synthetischen Lastgängen. In echten, gemessenen Lastgängen kommen die Spitzen mal morgens, mal mittags, mal gar nicht. Ein festes Entladefenster verfehlt sie dann, und der Speicher ist leer oder ungenutzt, wenn die teure Spitze kommt. Für die Praxis ist dieser Ansatz damit kaum brauchbar.

  • Jede Batterie muss einzeln eingestellt und durchgerechnet werden. Wie viel Kappung ein Speicher schafft, zeigt sich erst nach mehreren Simulationsläufen mit angepassten Zeiten und Leistungen. Die eigentliche Frage, welche Speichergröße sich wirtschaftlich am meisten lohnt, bleibt offen.

  • Ein Leistungspreis lässt sich nicht hinterlegen. Damit kann PV*SOL die Ersparnis durch Lastspitzenkappung auch nicht berechnen.
    → Valentin Forum: Leistungspreis

  • Die 2.500-Stunden-Regel wird nicht berücksichtigt. Sie entscheidet, welcher Leistungs- und Arbeitspreis gilt. Gerade mit PV kann es hier zum Wechsel kommen: Die PV-Anlage senkt den Strombezug aus dem Netz deutlich, die Jahresspitze bleibt aber oft gleich. Dadurch sinken die Benutzungsstunden, und der Betrieb kann unter 2.500 Stunden rutschen. Dann gelten ein niedrigerer Leistungspreis und ein höherer Arbeitspreis. Das verändert die Wirtschaftlichkeit von PV und Speicher erheblich.


Zeitgesteuertes Laden und Entladen: Ein festes Entladefenster trifft beim synthetischen Lastgang jede Spitze, beim gemessenen Lastgang mit wechselnden Spitzenzeiten verfehlt es sie


Hinweis: PV*SOL hat eine Einspeisebegrenzung. Sie begrenzt die Leistung, die ins Netz eingespeist wird, und hat mit Lastspitzenkappung (Senken des Netzbezugs) nichts zu tun.


Was Valentin Software selbst sagt

Zu Peak Shaving (Forum, Thread „Peak shaving“):

„This feature is indeed on the roadmap. Unfortunately I could not specify when it will be available, I'm afraid.“
developer_fw, 22.05.2023

„Unfortunately, the peak shaving feature is not yet available. […] We are working on making this feature available in one of the next software updates.“
hotline_oh, 11.12.2024

„peak shaving is already covered via time controlled charging. Specific limits can be set for the charging period. […] What is not currently implemented is a limit on the overall power that can be drawn from the grid.“
developer_bh, 18.12.2024

Zum Leistungspreis (Forum, Thread „Wirtschaftlichkeitsberechnung: Leistungspreis an Mittelspannungskunden anpassen“):

„der Leistungspreis, bzw. die Reduktion des Leistungspreises durch die PV-Anlage ist derzeit nicht Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsberechnung von PV*SOL, tut mir leid.“
developer_mh, 23.06.2021

„Bedauerlicherweise können Leistungspreise nicht berücksichtigt werden. Derzeit ist auch nicht geplant dies zu ändern.“
hotline_oh, 14.07.2025

Laut PV*SOL-Hilfe zu Bezugstarifen lassen sich in einem Tarif nur Grundpreis, Arbeitspreis (auch als Zonen- oder Staffeltarif) und eine Mindestmenge festlegen.


Was in PV*SOL möglich ist: Workflow Schritt für Schritt

Bevor du anfängst: Dieser Workflow funktioniert nur, wenn deine Lastspitzen jeden Tag zur selben Uhrzeit auftreten. Du musst jede Batterie einzeln von Hand einstellen und ausprobieren, und die Ersparnis in Euro musst du am Ende selbst in Excel ausrechnen. Wenn du einen gemessenen Lastgang mit unregelmäßigen Spitzen hast oder wissen willst, welche Speichergröße sich lohnt, spring direkt zu Die Alternative.


1. Lastgang importieren
Gemessenes Lastprofil als CSV mit 15-Minuten-Werten importieren und prüfen, ob Jahresverbrauch und Spitzenleistung nach dem Import stimmen.

Lastprofil-Import in PV*SOL


2. PV-Anlage und Batterie anlegen
Wie gewohnt. Eine Batterie pro Projektvariante.

3. Minutensimulation aktivieren
Für den Leistungspreis zählt der höchste 15-Minuten-Wert. PV*SOL rechnet standardmäßig in Stundenwerten. Nur mit aktivierter Minutensimulation lassen sich später 15-Minuten-Werte exportieren.

4. „Zeitgesteuertes Laden und Entladen“ einstellen

  • Laden: Zeitfenster vor der Lastspitze, SOC-Ziel und Ladeleistung. Die Ladeleistung muss so hoch sein, dass das SOC-Ziel im Zeitfenster auch erreicht wird.

  • Entladen: Zeitfenster genau über der Lastspitze, SOC-Untergrenze und Entladeleistung. Die nutzbare Energie zwischen SOC-Ziel und Untergrenze muss für die gesamte Dauer der Spitze reichen.

Dialog „Zeitgesteuertes Laden und Entladen“


5. Simulieren und 15-Minuten-Werte exportieren
Netzbezug mit Auflösung 15 min als CSV exportieren.

Export der Simulationsergebnisse mit 15-Minuten-Auflösung


6. Spitze und Ersparnis in Excel ausrechnen

  • PV*SOL exportiert Energie (kWh pro Viertelstunde), keine Leistung. Spitze in kW = kWh-Wert × 4.

  • Jahresmaximum des Netzbezugs bestimmen, mit und ohne Batterie.

  • Differenz × Leistungspreis = Ersparnis. Leistungspreis selbst beim Netzbetreiber nachschlagen, passend zu den Benutzungsstunden (unter oder über 2.500 h).

7. Für jede weitere Batterie und jede andere Einstellung wiederholen.


Die Alternative

Transparenzhinweis: Dieser Artikel stammt von Green Energy Tools, dem Anbieter der hier vorgestellten Alternative.

Mit Green Energy Tools …

  • … simulierst du Lastspitzenkappung mit deinem gemessenen Lastgang, ohne Lade- oder Entladezeiten festzulegen.

  • … ermittelt die Software die wirtschaftlich optimale Speichergröße.

  • … vergleichst du mehrere Speicher parallel in einem Simulationslauf und siehst für jede Batterie die maximal mögliche Kappung.

  • … läuft Lastspitzenkappung als alleinige Priorität oder im Multi-Use mit anderen EMS-Fahrweisen wie Eigenverbrauchsoptimierung, Optimierung dynamischer Stromtarife oder MiSpeL-Trading.

  • … wird der Leistungspreis hinterlegt oder automatisch anhand der Adresse ermittelt, sowohl für unter als auch über 2.500 Benutzungsstunden.

Lastspitzenkappung mit deinem eigenen Lastgang simulieren: In einer Demo zeigen wir dir, wie viel Kappung mit deinem gemessenen Lastgang möglich ist und welche Speichergröße sich für deinen Betrieb wirtschaftlich lohnt. → Demo buchen


Quellen

PV*SOL® ist eine eingetragene Marke der Valentin Software GmbH.

Amortisation von Gewerbespeichern berechnen

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Als Solarinstallationsbetrieb Eigenverbrauch, Lastspitzenkappung, dynamische Stromtarife uvm. simulieren. Zeige deinen Kunden in Minuten, wann sich ein Speicher rechnet.

Als Solarinstallationsbetrieb Eigenverbrauch, Lastspitzenkappung, dynamische Stromtarife uvm. simulieren. Zeige deinen Kunden in Minuten, wann sich ein Speicher rechnet.

Stand: Oktober 2026, geprüft mit PV*SOL premium 2026 (R4).


Kurze Antwort

PV*SOL ist für die Simulation von Lastspitzenkappung nicht geeignet. Mit der Funktion „Zeitgesteuertes Laden und Entladen“ lassen sich Lastspitzen zwar senken, aber nur mit festen Uhrzeiten und ohne Berechnung der Ersparnis.

Die Gründe:

  • PV*SOL hat kein eigenes Modul zur Lastspitzenkappung. Valentin Software verweist im eigenen Forum auf die Zeitsteuerung der Batterie und bestätigt, dass eine Begrenzung des gesamten Netzbezugs nicht umgesetzt ist.
    → Valentin Forum: Peak shaving

  • Es lassen sich nur feste Lade- und Entladezeiten für die Batterie festlegen. Das funktioniert nur, wenn die Lastspitzen jeden Tag exakt zur selben Uhrzeit auftreten, etwa bei synthetischen Lastgängen. In echten, gemessenen Lastgängen kommen die Spitzen mal morgens, mal mittags, mal gar nicht. Ein festes Entladefenster verfehlt sie dann, und der Speicher ist leer oder ungenutzt, wenn die teure Spitze kommt. Für die Praxis ist dieser Ansatz damit kaum brauchbar.

  • Jede Batterie muss einzeln eingestellt und durchgerechnet werden. Wie viel Kappung ein Speicher schafft, zeigt sich erst nach mehreren Simulationsläufen mit angepassten Zeiten und Leistungen. Die eigentliche Frage, welche Speichergröße sich wirtschaftlich am meisten lohnt, bleibt offen.

  • Ein Leistungspreis lässt sich nicht hinterlegen. Damit kann PV*SOL die Ersparnis durch Lastspitzenkappung auch nicht berechnen.
    → Valentin Forum: Leistungspreis

  • Die 2.500-Stunden-Regel wird nicht berücksichtigt. Sie entscheidet, welcher Leistungs- und Arbeitspreis gilt. Gerade mit PV kann es hier zum Wechsel kommen: Die PV-Anlage senkt den Strombezug aus dem Netz deutlich, die Jahresspitze bleibt aber oft gleich. Dadurch sinken die Benutzungsstunden, und der Betrieb kann unter 2.500 Stunden rutschen. Dann gelten ein niedrigerer Leistungspreis und ein höherer Arbeitspreis. Das verändert die Wirtschaftlichkeit von PV und Speicher erheblich.


Zeitgesteuertes Laden und Entladen: Ein festes Entladefenster trifft beim synthetischen Lastgang jede Spitze, beim gemessenen Lastgang mit wechselnden Spitzenzeiten verfehlt es sie


Hinweis: PV*SOL hat eine Einspeisebegrenzung. Sie begrenzt die Leistung, die ins Netz eingespeist wird, und hat mit Lastspitzenkappung (Senken des Netzbezugs) nichts zu tun.


Was Valentin Software selbst sagt

Zu Peak Shaving (Forum, Thread „Peak shaving“):

„This feature is indeed on the roadmap. Unfortunately I could not specify when it will be available, I'm afraid.“
developer_fw, 22.05.2023

„Unfortunately, the peak shaving feature is not yet available. […] We are working on making this feature available in one of the next software updates.“
hotline_oh, 11.12.2024

„peak shaving is already covered via time controlled charging. Specific limits can be set for the charging period. […] What is not currently implemented is a limit on the overall power that can be drawn from the grid.“
developer_bh, 18.12.2024

Zum Leistungspreis (Forum, Thread „Wirtschaftlichkeitsberechnung: Leistungspreis an Mittelspannungskunden anpassen“):

„der Leistungspreis, bzw. die Reduktion des Leistungspreises durch die PV-Anlage ist derzeit nicht Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsberechnung von PV*SOL, tut mir leid.“
developer_mh, 23.06.2021

„Bedauerlicherweise können Leistungspreise nicht berücksichtigt werden. Derzeit ist auch nicht geplant dies zu ändern.“
hotline_oh, 14.07.2025

Laut PV*SOL-Hilfe zu Bezugstarifen lassen sich in einem Tarif nur Grundpreis, Arbeitspreis (auch als Zonen- oder Staffeltarif) und eine Mindestmenge festlegen.


Was in PV*SOL möglich ist: Workflow Schritt für Schritt

Bevor du anfängst: Dieser Workflow funktioniert nur, wenn deine Lastspitzen jeden Tag zur selben Uhrzeit auftreten. Du musst jede Batterie einzeln von Hand einstellen und ausprobieren, und die Ersparnis in Euro musst du am Ende selbst in Excel ausrechnen. Wenn du einen gemessenen Lastgang mit unregelmäßigen Spitzen hast oder wissen willst, welche Speichergröße sich lohnt, spring direkt zu Die Alternative.


1. Lastgang importieren
Gemessenes Lastprofil als CSV mit 15-Minuten-Werten importieren und prüfen, ob Jahresverbrauch und Spitzenleistung nach dem Import stimmen.

Lastprofil-Import in PV*SOL


2. PV-Anlage und Batterie anlegen
Wie gewohnt. Eine Batterie pro Projektvariante.

3. Minutensimulation aktivieren
Für den Leistungspreis zählt der höchste 15-Minuten-Wert. PV*SOL rechnet standardmäßig in Stundenwerten. Nur mit aktivierter Minutensimulation lassen sich später 15-Minuten-Werte exportieren.

4. „Zeitgesteuertes Laden und Entladen“ einstellen

  • Laden: Zeitfenster vor der Lastspitze, SOC-Ziel und Ladeleistung. Die Ladeleistung muss so hoch sein, dass das SOC-Ziel im Zeitfenster auch erreicht wird.

  • Entladen: Zeitfenster genau über der Lastspitze, SOC-Untergrenze und Entladeleistung. Die nutzbare Energie zwischen SOC-Ziel und Untergrenze muss für die gesamte Dauer der Spitze reichen.

Dialog „Zeitgesteuertes Laden und Entladen“


5. Simulieren und 15-Minuten-Werte exportieren
Netzbezug mit Auflösung 15 min als CSV exportieren.

Export der Simulationsergebnisse mit 15-Minuten-Auflösung


6. Spitze und Ersparnis in Excel ausrechnen

  • PV*SOL exportiert Energie (kWh pro Viertelstunde), keine Leistung. Spitze in kW = kWh-Wert × 4.

  • Jahresmaximum des Netzbezugs bestimmen, mit und ohne Batterie.

  • Differenz × Leistungspreis = Ersparnis. Leistungspreis selbst beim Netzbetreiber nachschlagen, passend zu den Benutzungsstunden (unter oder über 2.500 h).

7. Für jede weitere Batterie und jede andere Einstellung wiederholen.


Die Alternative

Transparenzhinweis: Dieser Artikel stammt von Green Energy Tools, dem Anbieter der hier vorgestellten Alternative.

Mit Green Energy Tools …

  • … simulierst du Lastspitzenkappung mit deinem gemessenen Lastgang, ohne Lade- oder Entladezeiten festzulegen.

  • … ermittelt die Software die wirtschaftlich optimale Speichergröße.

  • … vergleichst du mehrere Speicher parallel in einem Simulationslauf und siehst für jede Batterie die maximal mögliche Kappung.

  • … läuft Lastspitzenkappung als alleinige Priorität oder im Multi-Use mit anderen EMS-Fahrweisen wie Eigenverbrauchsoptimierung, Optimierung dynamischer Stromtarife oder MiSpeL-Trading.

  • … wird der Leistungspreis hinterlegt oder automatisch anhand der Adresse ermittelt, sowohl für unter als auch über 2.500 Benutzungsstunden.

Lastspitzenkappung mit deinem eigenen Lastgang simulieren: In einer Demo zeigen wir dir, wie viel Kappung mit deinem gemessenen Lastgang möglich ist und welche Speichergröße sich für deinen Betrieb wirtschaftlich lohnt. → Demo buchen


Quellen

PV*SOL® ist eine eingetragene Marke der Valentin Software GmbH.

Amortisation von Gewerbespeichern berechnen

Als Solarinstallationsbetrieb Eigenverbrauch, Lastspitzenkappung, dynamische Stromtarife uvm. simulieren. Zeige deinen Kunden in Minuten, wann sich ein Speicher rechnet.