Welche Daten brauche ich für die Wirtschaftlichkeitsberechnung von Gewerbespeichern?

Lennart Wittstock

Updated on 23.01.2026

C&I-Gewerbespeicher an einem Industriestandort als Symbolbild für gewerbliche Batteriesysteme wie Lastspitzenkappung und Eigenverbrauchsoptimierung. KI-gestützte Illustration.
C&I-Gewerbespeicher an einem Industriestandort als Symbolbild für gewerbliche Batteriesysteme wie Lastspitzenkappung und Eigenverbrauchsoptimierung. KI-gestützte Illustration.

Welche Daten brauche ich für die Wirtschaftlichkeitsberechnung von Gewerbespeichern?

Lennart Wittstock

Updated on 23.01.2026

C&I-Gewerbespeicher an einem Industriestandort als Symbolbild für gewerbliche Batteriesysteme wie Lastspitzenkappung und Eigenverbrauchsoptimierung. KI-gestützte Illustration.

Eine fundierte Wirtschaftlichkeitsberechnung für Gewerbespeicher steht und fällt mit der Qualität der zugrundeliegenden Daten. Wer mit ungenauen oder unvollständigen Daten rechnet, riskiert Fehleinschätzungen bei der Speicherauslegung und Amortisationszeit. Hier zunächst die Übersicht, welche Daten Sie idealerweise sammeln sollten. Im Anschluss erklären wir, worauf es bei den einzelnen Kategorien ankommt.



Die Checkliste: Diese Daten brauchen Sie


Lastgang:


  • 15-Minuten-Auflösung (RLM-Daten)

  • Mindestens ein komplettes Jahr



Stromrechnung:


  • Stromtarifart (fix, dynamisch, gestuft)

  • Strompreis

  • Steuern und Umlagen

  • Netzanschlussebene

  • Netzbetreiber (entweder angegeben oder per Lieferadresse ermittelbar)



PV-Daten bei bestehender Anlage:


  • Gemessene Einspeisedaten (unbedingt!)

  • Idealerweise auch Produktionsdaten



PV-Daten bei geplanter Anlage:


  • kWp

  • Ausrichtung

  • Neigung

  • Optional: geplante Investitionskosten



Batteriesystem:


  • Datenblatt (Kapazität, Leistung, Wirkungsgrad)

  • Kosten (kann am Anfang auch auf Annahmen basieren)


Je vollständiger die Datengrundlage, desto präziser und belastbarer wird die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Im Folgenden erklären wir, warum diese Daten wichtig sind und worauf Sie achten sollten.



Der Lastgang: Das Herzstück jeder Analyse


Der Lastgang ist die wichtigste Datengrundlage für jede professionelle Wirtschaftlichkeitsberechnung. Er dokumentiert den Strombezug für jede Viertelstunde im Jahr und ermöglicht es, das Verbrauchsverhalten eines Standorts präzise zu analysieren. Bei Standorten mit über 100.000 kWh Jahresverbrauch (entspricht einer Stromrechnung von ca. 2.000 Euro pro Monat) liegt eine registrierte Lastgangmessung (RLM) vor. Der RLM-Zähler misst den Strombezug pro Viertelstunde und bildet die Grundlage für die Abrechnung der Netzentgelte.



Auflösung und Zeitraum


Am besten liegt der Lastgang in 15-Minuten-Auflösung vor. Diese Granularität ist entscheidend, weil sowohl die Lastspitzenkappung als auch die Simulation von Batterielade- und entladevorgängen auf Viertelstundenbasis erfolgen. Stundenwerte reichen für eine grobe Einschätzung, führen aber zu weniger präzisen Ergebnissen.


Der Lastgang sollte mindestens ein komplettes Jahr abdecken. Nur so lassen sich saisonale Schwankungen, Betriebsferien, besondere Lastspitzen und das Zusammenspiel mit einer PV-Anlage über alle Jahreszeiten hinweg abbilden. Besonders für die Lastspitzenkappung ist ein vollständiges Jahr wichtig: Der Leistungspreis wird auf Basis der Jahresspitze berechnet. Ein Lastgang über wenige Monate kann die tatsächliche Jahresspitze nicht zuverlässig abbilden und führt wahrscheinlich zu einer falschen Einschätzung des Kappungspotenzials.


Woher bekomme ich den Lastgang?


Die Daten können beim Netzbetreiber, Stromlieferanten oder Messstellenbetreiber angefragt werden.


Der gemessene Lastgang vom spezifischen Standort ist immer die beste Grundlage. Wenn dieser jedoch nicht vorliegt oder ein erster Eindruck vor der Datenanfrage gewünscht ist, bieten wir in unserer Software einen Katalog mit gemessenen Lastgängen verschiedener Branchen und Betriebstypen an. Daraus lässt sich ein passender Lastgang auswählen und auf den jeweiligen Standort anpassen. Das ersetzt zwar nicht die echten Messdaten, ermöglicht aber eine erste Einschätzung, wenn die gemessenen Daten noch nicht vorliegen.


Wichtig bei bestehender PV: Wenn bereits eine PV-Anlage am Standort installiert ist, zeigt der Lastgang nur den Residualbezug aus dem Netz. Der durch die PV gedeckte Eigenverbrauch ist dann nicht sichtbar. Für die Bewertung der Eigenverbrauchsoptimierung werden deshalb zusätzlich die Einspeisedaten benötigt.



Die Stromrechnung: Ein Informationsschatz


Die aktuelle Stromrechnung liefert weit mehr als nur Preisinformationen. Sie ist ein echter Informationsschatz, der das Anfragen vieler anderer Daten erspart. Auf der Stromrechnung finden sich in der Regel:


  • Die Lieferadresse des Standorts, anhand derer sich der zuständige Netzbetreiber ermitteln lässt.

  • Der Netzbetreiber selbst ist häufig direkt auf der Rechnung angegeben.

  • Die Netzanschlussebene lässt sich aus den abgerechneten Netzentgelten zurückrechnen, falls sie nicht explizit ausgewiesen ist.

  • Und natürlich alle Kostenbestandteile pro Kilowattstunde, die für die Wirtschaftlichkeitsrechnung entscheidend sind.



Stromtarifart


Die Art des Stromtarifs zu kennen ist wichtig, um die Einsparung korrekt zu berechnen:


Fixe Stromtarife sind der Normalfall im Gewerbebereich. Der Strompreis bleibt über die Vertragslaufzeit konstant.


Dynamische Stromtarife bieten zusätzliches Potenzial. Der Speicher kann Strom zu günstigen Börsenpreisen laden und zu teuren Zeiten wieder abgeben. Die Preisspreads am Day-Ahead-Markt lagen 2024 im Durchschnitt bei etwa 11,7 ct/kWh.


Gestufte Tarife (z.B. HT/NT) mit unterschiedlichen Preisen für Tag und Nacht bieten ebenfalls Optimierungspotenzial durch zeitliche Verschiebung des Strombezugs.



Alle Kostenbestandteile erfassen


Bei der Kalkulation müssen alle variablen Kosten pro kWh berücksichtigt werden. Alle Bestandteile zu erfassen ist wichtig, da dies die berechnete Amortisation verbessert. Dazu gehören:


Der reine Strompreis vom Energielieferanten bildet nur einen Teil der Gesamtkosten.


Die Arbeitspreise der Netzentgelte variieren je nach Netzbetreiber und Netzebene stark und können unter 1 ct/kWh bis über 10 ct/kWh liegen.


Stromsteuer und Umlagen summieren sich 2025 auf regulär 4,7 ct/kWh.


All diese Kosten werden bei jeder kWh eingespart, die aus dem Speicher statt aus dem Netz bezogen wird. Eine Rechnung, die nur die reinen Stromkosten berücksichtigt, unterschätzt das Einsparpotenzial erheblich.



Netzanschlussebene und Netzbetreiber


Die Netzentgelte hängen stark von der Netzanschlussebene (Niederspannung, Mittelspannung etc.) und dem zuständigen Verteilnetzbetreiber ab. Sowohl die Arbeitspreise als auch die Leistungspreise, die für die Lastspitzenkappung entscheidend sind, variieren enorm: Von 60 €/kW in einigen Regionen bis über 200 €/kW in anderen.


Den Netzbetreiber können Sie entweder direkt von der Stromrechnung ablesen oder über die Lieferadresse mit Hilfe der Website VNB-Digital ermitteln. Die aktuellen Netzentgelte finden Sie auf der Website des Verteilnetzbetreibers in den Preisblättern. Die Netzebene steht entweder auf der Rechnung oder kann anhand der abgerechneten Netzentgelte im Abgleich mit dem Datum und den Netzentgelten aus diesem Jahr identifiziert werden.



PV-Daten: Bestehend oder geplant?


Ob eine PV-Anlage bereits existiert oder erst geplant wird, macht für die Datenerhebung einen großen Unterschied.



Bei bestehender PV-Anlage


Wenn bereits eine PV-Anlage am Standort installiert ist, sind die gemessenen Einspeisedaten Gold wert. Sie zeigen für jede Viertelstunde, wie viel Strom tatsächlich ins Netz eingespeist wurde. Genau diese Strommengen hätte ein Batteriespeicher zum Laden nutzen können.


Ohne Einspeisedaten ist es problematisch: Der Lastgang zeigt zu Zeiten mit PV-Überschuss eine Null. Ob in dieser Viertelstunde 10 kWh oder 100 kWh eingespeist wurden, lässt sich daraus nicht ablesen.


Einspeisedaten können Sie beim Netzbetreiber, Direktvermarkter oder aus dem Wechselrichter-Monitoring (z.B. SolarLog) beziehen. Für PV-Anlagen über 100 kW in der Direktvermarktung liegen Viertelstundenwerte in der Regel ohnehin vor.


Zusätzlich sind die Produktionsdaten der PV-Anlage hilfreich, um Eigenverbrauchsquoten und Autarkiegrade berechnen zu können.


Mehr dazu im Fachartikel: Lastgang Analyse bei bestehenden PV-Anlagen warum Einspeisedaten für die Wirtschaftlichkeitsberechnung von Gewerbespeichern unverzichtbar sind.



Bei geplanter PV-Anlage


Wenn die PV-Anlage erst geplant wird, werden folgende Angaben benötigt:


Die installierte Leistung in kWp bestimmt maßgeblich die zu erwartende Jahresproduktion.


Ausrichtung (Süd, Ost-West etc.) und Neigung der Module beeinflussen das Erzeugungsprofil über den Tagesverlauf und das Jahr.


Mit diesen Angaben lässt sich die PV-Produktion in 15-Minuten-Auflösung simulieren und mit dem Lastgang verschneiden.


Optional können auch die geplanten Investitionskosten der PV-Anlage berücksichtigt werden, um eine kombinierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung von PV und Speicher durchzuführen.



Batterie: Modelle und Kosten


Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung werden auch Informationen zum geplanten Speichersystem benötigt.



Technische Daten


Aus dem Datenblatt des Speichersystems sind unter anderem folgende Werte relevant:


Die nutzbare Kapazität in kWh bestimmt, wie viel Energie gespeichert werden kann.


Die Lade- und Entladeleistung in kW beeinflusst, wie schnell der Speicher reagieren kann. Für die Lastspitzenkappung ist die Entladeleistung besonders wichtig.


Der Wirkungsgrad (Roundtrip Efficiency) liegt bei LFP-Batterien typischerweise bei 90-95%. Die Verluste beim Laden und Entladen müssen in der Wirtschaftlichkeitsrechnung berücksichtigt werden.


Die garantierten Zyklen und die Degradation über die Lebensdauer beeinflussen die langfristige Wirtschaftlichkeit.



Kosten


Die Systemkosten inklusive Installation sind entscheidend für die Amortisationsrechnung. Übliche Kennzahlen sind Euro pro kWh Speicherkapazität oder Euro pro kW Leistung.


Wenn konkrete Angebote noch nicht vorliegen, kann am Anfang auch mit Annahmen gearbeitet werden. Typische Marktpreise für Gewerbespeicher liegen je nach Größe und Technologie zwischen 250 und 600 Euro pro kWh. Mit diesen Werten lässt sich eine erste Einschätzung vornehmen, bevor konkrete Angebote eingeholt werden.



Fazit


Wenn einzelne Daten fehlen, können Annahmen getroffen werden. In diesem Fall sollte transparent dargestellt werden, wie stark diese Annahmen die Ergebnisse beeinflussen können. Die vollständige Datengrundlage ermöglicht jedoch eine deutlich belastbarere Wirtschaftlichkeitsrechnung und damit eine fundierte Entscheidung für passende Auslegung der Größe und Anwendungsfälle eine Gewerbespeichers.

Eine fundierte Wirtschaftlichkeitsberechnung für Gewerbespeicher steht und fällt mit der Qualität der zugrundeliegenden Daten. Wer mit ungenauen oder unvollständigen Daten rechnet, riskiert Fehleinschätzungen bei der Speicherauslegung und Amortisationszeit. Hier zunächst die Übersicht, welche Daten Sie idealerweise sammeln sollten. Im Anschluss erklären wir, worauf es bei den einzelnen Kategorien ankommt.



Die Checkliste: Diese Daten brauchen Sie


Lastgang:


  • 15-Minuten-Auflösung (RLM-Daten)

  • Mindestens ein komplettes Jahr



Stromrechnung:


  • Stromtarifart (fix, dynamisch, gestuft)

  • Strompreis

  • Steuern und Umlagen

  • Netzanschlussebene

  • Netzbetreiber (entweder angegeben oder per Lieferadresse ermittelbar)



PV-Daten bei bestehender Anlage:


  • Gemessene Einspeisedaten (unbedingt!)

  • Idealerweise auch Produktionsdaten



PV-Daten bei geplanter Anlage:


  • kWp

  • Ausrichtung

  • Neigung

  • Optional: geplante Investitionskosten



Batteriesystem:


  • Datenblatt (Kapazität, Leistung, Wirkungsgrad)

  • Kosten (kann am Anfang auch auf Annahmen basieren)


Je vollständiger die Datengrundlage, desto präziser und belastbarer wird die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Im Folgenden erklären wir, warum diese Daten wichtig sind und worauf Sie achten sollten.



Der Lastgang: Das Herzstück jeder Analyse


Der Lastgang ist die wichtigste Datengrundlage für jede professionelle Wirtschaftlichkeitsberechnung. Er dokumentiert den Strombezug für jede Viertelstunde im Jahr und ermöglicht es, das Verbrauchsverhalten eines Standorts präzise zu analysieren. Bei Standorten mit über 100.000 kWh Jahresverbrauch (entspricht einer Stromrechnung von ca. 2.000 Euro pro Monat) liegt eine registrierte Lastgangmessung (RLM) vor. Der RLM-Zähler misst den Strombezug pro Viertelstunde und bildet die Grundlage für die Abrechnung der Netzentgelte.



Auflösung und Zeitraum


Am besten liegt der Lastgang in 15-Minuten-Auflösung vor. Diese Granularität ist entscheidend, weil sowohl die Lastspitzenkappung als auch die Simulation von Batterielade- und entladevorgängen auf Viertelstundenbasis erfolgen. Stundenwerte reichen für eine grobe Einschätzung, führen aber zu weniger präzisen Ergebnissen.


Der Lastgang sollte mindestens ein komplettes Jahr abdecken. Nur so lassen sich saisonale Schwankungen, Betriebsferien, besondere Lastspitzen und das Zusammenspiel mit einer PV-Anlage über alle Jahreszeiten hinweg abbilden. Besonders für die Lastspitzenkappung ist ein vollständiges Jahr wichtig: Der Leistungspreis wird auf Basis der Jahresspitze berechnet. Ein Lastgang über wenige Monate kann die tatsächliche Jahresspitze nicht zuverlässig abbilden und führt wahrscheinlich zu einer falschen Einschätzung des Kappungspotenzials.


Woher bekomme ich den Lastgang?


Die Daten können beim Netzbetreiber, Stromlieferanten oder Messstellenbetreiber angefragt werden.


Der gemessene Lastgang vom spezifischen Standort ist immer die beste Grundlage. Wenn dieser jedoch nicht vorliegt oder ein erster Eindruck vor der Datenanfrage gewünscht ist, bieten wir in unserer Software einen Katalog mit gemessenen Lastgängen verschiedener Branchen und Betriebstypen an. Daraus lässt sich ein passender Lastgang auswählen und auf den jeweiligen Standort anpassen. Das ersetzt zwar nicht die echten Messdaten, ermöglicht aber eine erste Einschätzung, wenn die gemessenen Daten noch nicht vorliegen.


Wichtig bei bestehender PV: Wenn bereits eine PV-Anlage am Standort installiert ist, zeigt der Lastgang nur den Residualbezug aus dem Netz. Der durch die PV gedeckte Eigenverbrauch ist dann nicht sichtbar. Für die Bewertung der Eigenverbrauchsoptimierung werden deshalb zusätzlich die Einspeisedaten benötigt.



Die Stromrechnung: Ein Informationsschatz


Die aktuelle Stromrechnung liefert weit mehr als nur Preisinformationen. Sie ist ein echter Informationsschatz, der das Anfragen vieler anderer Daten erspart. Auf der Stromrechnung finden sich in der Regel:


  • Die Lieferadresse des Standorts, anhand derer sich der zuständige Netzbetreiber ermitteln lässt.

  • Der Netzbetreiber selbst ist häufig direkt auf der Rechnung angegeben.

  • Die Netzanschlussebene lässt sich aus den abgerechneten Netzentgelten zurückrechnen, falls sie nicht explizit ausgewiesen ist.

  • Und natürlich alle Kostenbestandteile pro Kilowattstunde, die für die Wirtschaftlichkeitsrechnung entscheidend sind.



Stromtarifart


Die Art des Stromtarifs zu kennen ist wichtig, um die Einsparung korrekt zu berechnen:


Fixe Stromtarife sind der Normalfall im Gewerbebereich. Der Strompreis bleibt über die Vertragslaufzeit konstant.


Dynamische Stromtarife bieten zusätzliches Potenzial. Der Speicher kann Strom zu günstigen Börsenpreisen laden und zu teuren Zeiten wieder abgeben. Die Preisspreads am Day-Ahead-Markt lagen 2024 im Durchschnitt bei etwa 11,7 ct/kWh.


Gestufte Tarife (z.B. HT/NT) mit unterschiedlichen Preisen für Tag und Nacht bieten ebenfalls Optimierungspotenzial durch zeitliche Verschiebung des Strombezugs.



Alle Kostenbestandteile erfassen


Bei der Kalkulation müssen alle variablen Kosten pro kWh berücksichtigt werden. Alle Bestandteile zu erfassen ist wichtig, da dies die berechnete Amortisation verbessert. Dazu gehören:


Der reine Strompreis vom Energielieferanten bildet nur einen Teil der Gesamtkosten.


Die Arbeitspreise der Netzentgelte variieren je nach Netzbetreiber und Netzebene stark und können unter 1 ct/kWh bis über 10 ct/kWh liegen.


Stromsteuer und Umlagen summieren sich 2025 auf regulär 4,7 ct/kWh.


All diese Kosten werden bei jeder kWh eingespart, die aus dem Speicher statt aus dem Netz bezogen wird. Eine Rechnung, die nur die reinen Stromkosten berücksichtigt, unterschätzt das Einsparpotenzial erheblich.



Netzanschlussebene und Netzbetreiber


Die Netzentgelte hängen stark von der Netzanschlussebene (Niederspannung, Mittelspannung etc.) und dem zuständigen Verteilnetzbetreiber ab. Sowohl die Arbeitspreise als auch die Leistungspreise, die für die Lastspitzenkappung entscheidend sind, variieren enorm: Von 60 €/kW in einigen Regionen bis über 200 €/kW in anderen.


Den Netzbetreiber können Sie entweder direkt von der Stromrechnung ablesen oder über die Lieferadresse mit Hilfe der Website VNB-Digital ermitteln. Die aktuellen Netzentgelte finden Sie auf der Website des Verteilnetzbetreibers in den Preisblättern. Die Netzebene steht entweder auf der Rechnung oder kann anhand der abgerechneten Netzentgelte im Abgleich mit dem Datum und den Netzentgelten aus diesem Jahr identifiziert werden.



PV-Daten: Bestehend oder geplant?


Ob eine PV-Anlage bereits existiert oder erst geplant wird, macht für die Datenerhebung einen großen Unterschied.



Bei bestehender PV-Anlage


Wenn bereits eine PV-Anlage am Standort installiert ist, sind die gemessenen Einspeisedaten Gold wert. Sie zeigen für jede Viertelstunde, wie viel Strom tatsächlich ins Netz eingespeist wurde. Genau diese Strommengen hätte ein Batteriespeicher zum Laden nutzen können.


Ohne Einspeisedaten ist es problematisch: Der Lastgang zeigt zu Zeiten mit PV-Überschuss eine Null. Ob in dieser Viertelstunde 10 kWh oder 100 kWh eingespeist wurden, lässt sich daraus nicht ablesen.


Einspeisedaten können Sie beim Netzbetreiber, Direktvermarkter oder aus dem Wechselrichter-Monitoring (z.B. SolarLog) beziehen. Für PV-Anlagen über 100 kW in der Direktvermarktung liegen Viertelstundenwerte in der Regel ohnehin vor.


Zusätzlich sind die Produktionsdaten der PV-Anlage hilfreich, um Eigenverbrauchsquoten und Autarkiegrade berechnen zu können.


Mehr dazu im Fachartikel: Lastgang Analyse bei bestehenden PV-Anlagen warum Einspeisedaten für die Wirtschaftlichkeitsberechnung von Gewerbespeichern unverzichtbar sind.



Bei geplanter PV-Anlage


Wenn die PV-Anlage erst geplant wird, werden folgende Angaben benötigt:


Die installierte Leistung in kWp bestimmt maßgeblich die zu erwartende Jahresproduktion.


Ausrichtung (Süd, Ost-West etc.) und Neigung der Module beeinflussen das Erzeugungsprofil über den Tagesverlauf und das Jahr.


Mit diesen Angaben lässt sich die PV-Produktion in 15-Minuten-Auflösung simulieren und mit dem Lastgang verschneiden.


Optional können auch die geplanten Investitionskosten der PV-Anlage berücksichtigt werden, um eine kombinierte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung von PV und Speicher durchzuführen.



Batterie: Modelle und Kosten


Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung werden auch Informationen zum geplanten Speichersystem benötigt.



Technische Daten


Aus dem Datenblatt des Speichersystems sind unter anderem folgende Werte relevant:


Die nutzbare Kapazität in kWh bestimmt, wie viel Energie gespeichert werden kann.


Die Lade- und Entladeleistung in kW beeinflusst, wie schnell der Speicher reagieren kann. Für die Lastspitzenkappung ist die Entladeleistung besonders wichtig.


Der Wirkungsgrad (Roundtrip Efficiency) liegt bei LFP-Batterien typischerweise bei 90-95%. Die Verluste beim Laden und Entladen müssen in der Wirtschaftlichkeitsrechnung berücksichtigt werden.


Die garantierten Zyklen und die Degradation über die Lebensdauer beeinflussen die langfristige Wirtschaftlichkeit.



Kosten


Die Systemkosten inklusive Installation sind entscheidend für die Amortisationsrechnung. Übliche Kennzahlen sind Euro pro kWh Speicherkapazität oder Euro pro kW Leistung.


Wenn konkrete Angebote noch nicht vorliegen, kann am Anfang auch mit Annahmen gearbeitet werden. Typische Marktpreise für Gewerbespeicher liegen je nach Größe und Technologie zwischen 250 und 600 Euro pro kWh. Mit diesen Werten lässt sich eine erste Einschätzung vornehmen, bevor konkrete Angebote eingeholt werden.



Fazit


Wenn einzelne Daten fehlen, können Annahmen getroffen werden. In diesem Fall sollte transparent dargestellt werden, wie stark diese Annahmen die Ergebnisse beeinflussen können. Die vollständige Datengrundlage ermöglicht jedoch eine deutlich belastbarere Wirtschaftlichkeitsrechnung und damit eine fundierte Entscheidung für passende Auslegung der Größe und Anwendungsfälle eine Gewerbespeichers.